Feldforschung auf den Amerikanischen und Britischen Jungferninseln
31. März 2026

Foto: Bille Sachers
Vom 1. bis 18. März 2026 hat unser Team eine vorbereitende Feldforschung auf den Amerikanischen und Britischen Jungferninseln durchgeführt. Die Inselgruppe in den Kleinen Antillen bildete einen Eckpunkt des transatlantischen Dreieckshandels. Ziel war es, materielle Spuren der Sklaverei zu sichten und zu verstehen, wie heute mit diesem Erbe umgegangen wird. Insgesamt haben wir über 40 Stätten besucht.
Das Team – Jonas Bens, Christian Mader, Bille Sachers und arjunraj – hat Forts, ehemalige Plantagen und weitere Teile der kolonialen Infrastruktur besichtigt. Die Amerikanischen Jungferninseln waren bis 1917 als Dänisch-Westindien ein zentraler Umschlagplatz für den Handel mit versklavten Menschen, die auf den Zuckerrohrplantagen der Inseln Zwangsarbeit leisten mussten. Die benachbarten Britischen Jungferninseln stehen seit dem 17. Jahrhundert unter britischer Herrschaft und sind bis heute ein britisches Überseegebiet. Die unmittelbare Nachbarschaft zweier Kolonialregime erlaubt es, unterschiedliche Formen der Erinnerung an die Sklaverei auf engem Raum zu vergleichen.

Ein Guide für Besucher*innen von Fort Frederik, das 1760 von den Dänen in Frederiksted auf St. Croix errichtet wurde, erzählt von den Protesten, die hier 1848 stattfanden und zur Emanzipation der versklavten Menschen auf den heutigen Amerikanischen Jungferninseln führten, sowie von den Fireburn-Protesten von 1878 gegen die schlechten Arbeitsbedingungen nach der Emanzipation.

Das Team: Christian Mader, Bille Sachers, Jonas Bens, arjunraj